Christlich-Islamischer Verein Hochrhein e.V.
Aktuelles

 

 

Veranstaltungen:

        

 

_________________________________________________________________________

 Bericht über den Vortrag am 15. Mai 2017:

 

"Die Vielfalt des Islam"           

   

„Der Islam ist die Hingabe des menschlichen Willens an den Willen Gottes“.

Diese Definition stand zu Beginn des Vortrags von Prof. Dr. Dr. Bernhard Uhde mit dem Thema: „Glauben alle Muslime dasselbe?“

Eingeladen hatte der CIVH in Kooperation mit  der Kirchlichen Erwachsenenbildung Rheinfelden, dem Kirchenbezirksbeauftragten für Flucht & Migration und der VHS Rheinfelden in das Pfarrzentrum St. Josef.  

Der Religionswissenschaftler Uhde, Direktor des Instituts für interreligiöse Studien in Freiburg, hatte in der Kürze des Abends über ein weit gefasstes Thema  zu sprechen.

Er erläuterte das Selbstverständnis des Islam, die „Wiederherstellung der reinen Lehre“.

Uhde erklärte, wie es zu unterschiedlichen Interpretationen des Korans kommt, aus denen sich unterschiedliche Glaubensrichtungen bilden. Worin die Unterschiede bestehen, insbesondere zwischen Sunniten und Schiiten, sowie zwischen den dazu gehörenden Rechtsschulen.

Weitere, kleinere Richtungen, sowie die Frage der Zuordnung der Aleviten  und der Alawiten zum schiitischen Islam wurden beleuchtet. Dies alles mit Beschreibung der geschichtlichen und geografischen Entwicklung.

Uhde: „Glaubensrichtungen, die sich zum Islam rechnen, können im Einzelnen sehr unterschiedlich, ja gegensätzlich sein. Das hat immer wieder zu schweren Konflikten geführt. Es ist daher unmöglich, von konkreten Glaubenspraktiken auf den gesamten Islam schließen zu wollen“.

Den umfangreichen Ausführungen Uhdes folgten Fragen aus den Reihen der Zuhörer. Interesse bestand vor allem an Erklärungen von politischen Zusammenhängen.

„Es war ein gelungener Vortragsabend, brillante Kenntnisse, aufgelockert durch unterhaltsame Anekdoten...“: So urteilte ein Zuhörer nach dem Vortrag.

Zu hören war auch der Wunsch, Prof. Uhde zu aktuellem Weltgeschehen um den Islam noch einmal einzuladen.



 

=====================================================================================

Bericht:        

" Zur Stellung der Frau im Islam"

Bis zum letzten Platz war die Cafeteria der VHS Rheinfelden am Abend des 24. Januar belegt und mit Spannung erwarteten die Zuhörerinnen und Zuhörer den Vortrag von Frau Dr. Schubert von der Schubert-Durand-Stiftung Lörrach: „Zur Stellung der Frau im Islam“.

Vorurteile und Unwissen belasten das gesellschaftliche Leben.  Der Christlich-Islamische Verein Hochrhein, die VHS Rheinfelden, die Evangelische Erwachsenenbildung und der Kirchenbezirksberater Flucht und Migration hatten deshalb die  Islamwissenschaftlerin um diesen Vortrag gebeten.

Frau Dr. Schubert zeigte anhand von Texten aus dem Koran und der Tradition Grundlagen auf, auf die sich das Verhältnis der Geschlechter in der islamischen Gemeinschaft beziehen.

Sie beschrieb ebenfalls, wie die Vorschriften im Islam während Jahrhunderten durch Traditionen und Bräuche in den unterschiedlichsten Ländern der Erde beeinflusst wurden. Dass die traditionellen Auslegungen nicht immer mit dem Koran übereinstimmen und sich dennoch z.T. seit Jahrhunderten halten.

Dies würde von modernen Musliminnen auf ihrer Suche nach dem rechten Glauben hinterfragt.

Ist der Islam frauenfeindlich? Frau Dr. Schubert wies u.a. darauf hin, dass Mann und Frau nach dem Koran gleichwertig erschaffen wurden, in ihrem Verhältnis zu Gott also gleichgestellt sind.  Im Verhältnis untereinander, Mann – Frau, sind sie es nicht.

Im Koran gäbe es sowohl klare Angaben darüber, dass die Frau dem Ehemann unterstellt sei, dass er sie bei Ungehorsam züchtigen dürfe und verstoßen wenn sie ihm untreu wäre, als auch die Lehre, dass der Mann in Verantwortung stehe für die Frau.

(In Deutschland war es dem Mann bis Ende des 19. Jahrhunderts gestattet, seine Frau zu schlagen.)

Die Erlaubnis laut Koran, dass der Mann bis zu vier Frauen heiraten dürfe, sei an die Bedingung der gleichen Behandlung geknüpft und sollte vor allem der Versorgung von Witwen und Waisen dienen, von denen es zur Zeit Mohammeds viele gab.

Ist das Kopftuch ein Zeichen für Unterdrückung? Es fänden sich Stellen im Koran in denen ein Tuch zum Bedecken empfohlen wird, allerdings, um die Frau vor Belästigung zu schützen. Eine Verhüllung sei nicht vorgeschrieben, könne aber als religiöses Ausdrucksmittel gesehen werden.

Frauenbewegungen in der islamischen Gesellschaft bemühen sich um die Gleichstellung der Frau, indem sie in vollem Respekt vor dem islamischen Glauben um eine moderne Auslegung der Texte kämpfen. Sie möchten gerne tradiertes Denken aufbrechen, ohne Gefahr zu laufen, der Verunglimpfung bezichtigt zu werden.

Frau Dr. Schubert beantwortete im Anschluss an das Referat vielfältige Fragen aus dem Publikum. Eine Dame, die sich um Flüchtlinge kümmert, fragte z.B.: „Was kann man tun, wenn sich eine Flüchtlingsfrau nicht getraut, am Leben außerhalb der Unterkunft teilzunehmen?“ Der Rat von Frau  Dr. Schubert: „ Man solle in diesem Fall auch einmal mit dem Mann sprechen.“

 

s.a. www.schubert-durand-stiftung.de

 ______________________________________________________________________________           

 

 

2016

 

Am 08. Dezember 2016 bot der CIVH, die VHS Rheinfelden, die Evangelische Erwachsenenbildung Hochrhein-Markgräflerland und der Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration den Vortrag von Herrn Henning Kurz an:

 „Erich Fromm und der interreligiöse Dialog“

Der Religionspädagoge und Germanist Kurz berichtete anschaulich über Religionsverständnis, die religiöse Situation, den Wunsch nach Orientierung und die Auswirkung auf die Position des Menschen innerhalb der Gesellschaft.

Der Psychoanalytiker Erich Fromm schreibt: "Wenn religiöse Lehren zu seelischem Wachstum, zu Stärke, Freiheit und Glücksfähigkeit ihrer Gläubigen beitragen, erkennen wir die Früchte der Liebe. Wenn sie die Einengung menschlicher Möglichkeiten, Unglücklichsein und Mangel an Produktivität zur Folge haben, können sie nicht aus der Liebe geboren sein, gleichgültig, was das Dogma zu vermitteln vorgibt."

Siehe auch: http://www.fromm-gesellschaft.eu 

______________________            

 

Als Beitrag zum besseren Verständnis Andersgläubiger veranstaltete der CIVH  gemeinsam  mit EEB, dem  Kirchenbezirksbeauftragten für Flucht u. Migration und der VHS Rheinfelden am Dienstag, den 8. Oktober 2016 einen Abend in der Cafeteria der VHS mit dem Thema: „Die Ehe in Islam und Christentum“.

Die beiden Referenten Armin Strenzl und Abdelhamid Baioui stellten nicht nur die Riten der Eheschließung vor, von besonderem  Interesse waren ihre Ausführungen bzgl. des Eheverständnisses in den beiden großen Weltreligionen Christentum und Islam.

Armin Strenzl, Pfarrer der altkatholischen Gemeinde beschrieb die Bedeutung der Ehe in den christlichen Konfessionen evangelisch, alt-katholisch und römisch-katholisch. So ist z. B. in den beiden katholischen Konfessionen die Eheschließung im Rahmen eines Gottesdienstes eines der sieben Sakramente, für die evangelische Kirche ist die Heirat in der Kirche die Segnung einer rechtlich geschlossenen Ehe. Er beschrieb u.a. unterschiedliche Konsequenzen, die eine Scheidung und Wiederheirat haben, sowie die Haltung der Kirchen zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

Eine Übersicht über die unterschiedlichen Abläufe der Trauungszeremonie machte eine weitgehende  Übereinstimmung bei allen Konfessionen sichtbar. Eine wichtige Rolle spielen der freie Entschluss zur Heirat und das Treueversprechen.

Abdelhamid Baioui betonte den hohen Stellenwert der Ehe im Islam. Sie ist ein Vertrag zwischen den Partnern, der lt. Koran nur in beiderseitigem Einverständnis geschlossen werden kann. Zwangsehen sind demnach gegen koranische Vorschriften. Bei einer Ehe zwischen Muslimen und Nichtmuslimen muss der Mann Muslim sein. Zur Polygamie ist die Aussage im Koran zu finden: Bis zu vier Ehefrauen darf ein Mann heiraten unter der Voraussetzung, dass er sie gleich behandelt.  Diese und weitere Regelungen dienten über Jahrhunderte der Versorgung von Familienmitgliedern: „Der Islam ist eine Religion für alle Zeiten“. In Tunesien und der Türkei ist Polygamie verboten. Vor allem im Iran gibt es Formen der „Ehe auf Zeit“, in einer Art Miet- oder Pachtvertrag. Dabei handelt es sich um eine Legitimation der Prostitution, die der Koran verbietet.

Im Anschluss an die Referate wurden viele Fragen gestellt. Als Beispiel: „Was geschieht, wenn der Mann bereits vor seiner Einreise nach Deutschland mehr als eine Frau geheiratet hat?“ (Er kann den Status behalten, die Frauen sind gleich berechtigt. Eine zweite Eheschließung hier ist jedoch auf alle Fälle ausgeschlossen).  „Warum  verliert eine katholische Erzieherin im Falle einer Scheidung evtl. ihren Arbeitsplatz?“. „Wem würden nach islamischem Recht im Scheidungsfall die Kinder zugesprochen?“…. viele Fragen, die durch die Referenten und weitere anwesende Pfarrer beantwortet werden konnten. 

 

______________________       

2015

 

Am Sonntag, den22. November 2015 fand in der Adelbergkirche ein Multireligiöses Gebet mit dem Thema "Frieden" statt, zu dem der Christlich-Islamische Verein Hochrhein e.V. und die DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde zu Rheinfelden e. V. einluden.

Für dieses Multireligiöse Gebet hatten der CIVH  und die TIG ursprünglich das Thema: „ Tod - und was dann?“ vorgesehen.  Die  Anschläge auf Menschen am Freitag, den 13. November 2015 in Paris waren uns Veranlassung zum  Themenwechsel. 

Vorbereitet wurde das Gebet von Herrn Strenzl, dem Pfarrer der Altkatholischen Kirchengemeinde Hochrhein – Wiesental  mit  dem Imam Herrn Düzenli und mit Mitgliedern der Vorstände CIVH und TIG.

Das Gebet setzte sich aus Schriftlesungen zum Thema, den dazugehörigen Auslegungen, sowie Gebeten und Fürbitten aus der jeweiligen Religion zusammen.  

Die Original – Texte wurden aus dem Arabischen bzw. Türkischen in die deutsche Sprache übersetzt.

 

 

______________________

Am 05.November 2015 fand in der Cafeteria der VHS Rheinfelden ein Abend mit dem Thema  "Bestattungsriten in Islam und Christentum " mit Impulsreferaten und  anschließendem Gespräch statt.

Kooperationspartner des CIVH waren die VHS Rheinfelden, die Evangelische Erwachsenenbildung und DITIB, Türkisch-Islamische Gemeinde zu Rheinfelden.

Die Referate wurden von den  beiden Vorstandsmitgliedern des CIVH, Herrn A. Strenzl, Pfarrer der Altkatholischen Gemeinde Hochrhein-Wiesental und von Herrn  A. Baioui gehalten.

Wie sehr das Thema interssierte, war an den vielen Fragen die die Gäste an die beiden Referenten und hauptsächlich auch an Imam Düzenli gerichtet haben, zu erkennen.

S.a. Pressebericht :  http://www.badische-zeitung.de/die -bestattungsriten-im-Islam-und-im-Christentum

________________________________________________________________________

Vorstandswahl 

In der Mitgliederversammlung am 8. Oktober 2015 wurde ein neuer Vorstand gewählt ( s. a. Seite "Wir über uns").

Er setzt sich aus den bisherigen Vorstandsmitgliedern  Abdelhamed Baioui, Claudius Beck, Dagmar Henninger, Hannelore Nuß, und Armin Strenzl zusammen. Ein türkisch - islamisches Vorstandsmitglied konnte nicht gewonnen werden.